Vortrag ‚im’ Ägyptischen Museum

Die Abteilung Ägyptologie, der „Verein zur Förderung des Ägyptischen Museums der Universität Bonn e.V.“ und das Ägyptische Museum laden alle Interessenten zu einem Online-Vortrag ein:

 

Mittwoch, 25. November 2020, 18:30 Uhr

Judit Garzón Rodríguez M.A.

(Johannes Gutenberg-Universität Mainz)

 

Neue Forschungsansätze zur Symbolik und Bedeutung des Penis im alten Ägypten

Der Penis spielt über seine primäre Funktion als männliches Organ hinaus eine grundlegende Rolle bei der Gestaltung verschiedener Kategorien wie Geschlecht, sozialer Status oder sogar kulturelle Identität im Verhältnis zu anderen sozialen Gruppen. Verschiedene soziale, religiöse und häufig auch politische Praktiken verbinden ihn auf sehr unterschiedliche Weise mit der Frage nach dem menschlichen Körper, dem Geschlecht, der Fruchtbarkeit oder der Macht u.a. Die Untersuchung des Penis im Rahmen der ägyptologischen Forschung muss nicht nur zwischen den verschiedenen kulturellen und sozialen Kontexten unterscheiden, in denen der Penis auftritt, sondern auch zwischen Zeit und Raum. Zu diesem Zweck sollen alle Arten von Primärquellen, seien sie schriftlicher oder archäologischer Natur, im Rahmen einer auf interdisziplinärer Methodik basierenden Studie berücksichtigt werden. All dies wird es ermöglichen, zu erkennen, wie der Penis sowohl durch seine Präsenz – wenn auch nicht immer betont – als auch seine absichtliche Unterdrückung wertvolle Informationen über die Entstehung unterschiedlicher und in gewisser Weise miteinander verbundener Konzepte wie z.B. Sex oder Erotik, Macht, sozialer Rang, Alter sowie Aspekte der religiösen Moral liefert.

Judit Garzón Rodríguez M.A. hat Ägyptologie sowie Wissenschaften und Sprachen des Altertums an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Autonomen Universität Madrid studiert. Sie war unter anderem bei verschiedenen Ausgrabungen in Spanien, Griechenland und Ägypten (Assiut und Elephantine) tätig. Seit Oktober 2019 promoviert sie im Graduiertenkolleg „Frühe Konzepte von Mensch und Natur: Universalität, Spezifität, Tradierung“ an der Universität Mainz.

 

Link zum Beitritt (Zoom):

Hier klicken

 

ggf. Passwort: 478342

 

Foto: Teil eines Amuletts aus Fayence, Ägyptisches Museum der Universität Bonn, Inv.-Nr. KOS 87 (© Judit Garzón Rodríguez).

Ägyptisches Museum der Universität Bonn Regina-Pacis-Weg 7 53113 Bonn • aegyptisches-museum@uni-bonn.de • www.aegyptisches-museum.uni-bonn.de

Newsletter des Ägyptischen Museums der Universität Bonn vom 31.10.2020

 

 

Erneute Schließung des Museums 02.–30.11.2020

 

Liebe Freunde des Ägyptischen Museums,

aufgrund der aktuellen Pandemie-Lage muss auch unser Museum über den November geschlossen werden. Wir hoffen, dass im Dezember die Türen wieder geöffnet werden können, doch erscheint dies momentan eher ungewiss. Für die Zwischenzeit möchten wir erneut auf unseren virtuellen 360°-Rundgang hinweisen, in dem Sie jetzt auch viele neue informative Elemente finden (Videos, Fotos, Kurzartikel u.a.): 

 

Zum virtuellen Rundgang

 

Es ist geplant, diese digitale Plattform in Zukunft auch für virtuelle Sonderausstellungen und andere Angebote zu nutzen. Darüber halten wir Sie ebenso auf dem Laufenden wie über geplante Vorträge, die wie im vergangenen Halbjahr als Zoom-Videokonferenzen stattfinden werden. An dieser Stelle möchte ich Sie schon einmal auf den Termin des ersten Vortrages hinweisen: Mittwoch, 25.11.2020, 18:30 UhrJudit Garzon Rodriguez M.A., Promotionsstudentin an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, wird über "Neue Forschungsansätze zur Symbolik und Bedeutung des Penis im alten Ägypten" sprechen. Hierzu wird noch eine gesonderte Einladung inkl. Zoom-Link erfolgen.

Bis dahin wünsche ich Ihnen alles Gute – und bleiben Sie gesund!

 

Dr. Frank Förster, Kurator

Artikel zur Wiedereröffnung der Museen in Bonn

Museumsöffnung. Artikel aus dem General Anzeiger Bonn
04.08.2020 - General Anzeiger Bonn
Museumsoeffnung die Zweite im GA.pdf
PDF-Dokument [334.9 KB]

Virtueller Rundgang

Wiedereröffnung des Museums am 28.07.2020

Liebe Freunde des Ägyptischen Museums,

wie im letzten Newsletter angekündigt, wird in Bälde das Museum – unter Einhaltung besonderer Hygiene- und Schutzmaßnahmen – wieder geöffnet, konkret: am kommenden Dienstag, den 28.07.2020. Ab dann gelten wieder die üblichen Öffnungszeiten (Di.-Fr. 13-17 Uhr, Sa. & So. 13-18 Uhr). Die Anzahl der gleichzeitig anwesenden BesucherInnen ist auf 10 begrenzt; stellen Sie sich also bitte darauf ein, dass es – je nach Andrang – zu Wartezeiten kommen kann.

Bei Ihrem realen Besuch werden Sie als kleine Sonderaktion eine Vitrine vorfinden, die das aktuell dominierende gesellschaftliche Thema aus ägypt(olog)ischer Sicht aufgreift: "Corona-Masken und altägyptische Amulette: Sinnstiftung gegen die Not".

 

 

Wir freuen uns darauf, Sie wieder persönlich begrüßen zu können! Dr. Frank Förster, Kurator

Nachruf auf Karl-Heinz Preuß (12.11.1941–04.05.2020)

Mit Bestürzung haben wir erfahren, dass unser langjähriges Fördermitglied Karl-Heinz Preuß am 4. Mai 2020 im Alter von 78 Jahren verstorben ist.

Karl-Heinz Preuß zählte zu den aktivsten und großzügigsten Mitgliedern unseres Vereins. Wie kaum ein anderer hat er mit seinem Engagement die Vereinsarbeit belebt, sei es durch Anregungen, sei es durch Bemühungen um weitere Mitglieder und Spenden, insbesondere aber durch die Bereitschaft, die Sammlung des Ägyptischen Museums der Universität Bonn durch die Stiftung herausragender Objekte zu bereichern.

Das Interesse von Karl-Heinz Preuß an Altertümern reichte weit in die Kindheit zurück. Bereits als junger Mensch hat er im heimischen Hameln Fossilien gesammelt. In seiner Frau Ursula fand er eine Partnerin, die seine Sammelleidenschaft teilte. Anfangs lag das Augenmerk der Sammeltätigkeit auf römischen Funden, bis es bei einem Kunstsammler in Köln zur ersten bewussten Begegnung mit altägyptischen Gegenständen kam. Jahrzehntelang hat das Paar antike Objekte erworben und sich damit umgeben, mit der Antike gelebt – im wahrsten Sinne des Wortes.

Doch so sehr Karl-Heinz und Ursula Preuß ihre Schätze liebten, so sehr waren sie auch bereit, die Freude und Inspiration zu teilen, die von diesen ausgeht. Schon früh stellten sie ausgewählte Stücke der Öffentlichkeit zur Verfügung, nicht nur dem Ägyptischen Museum der Universität Bonn, sondern auch anderen Institutionen und Projekten, die ihnen am Herzen lagen. Zu nennen sind etwa die Römervilla in Schult in der Eifel und die Funde der Lausitzer Kultur aus Finsterwalde in Brandenburg. Dennoch bleibt das Engagement für das Ägyptische Museum in Bonn ein besonderes. Das bezeugt nicht nur der große Umfang der exzellenten Objekte, die das Ehepaar Preuß der Sammlung zur Verfügung gestellt hat, darunter solche Glanzstücke wie der fein dekorierte Eingeweidekasten aus der Ptolemäerzeit und ein Relieffragment aus dem Alten Reich. Auch die Möglichkeit für die Studierenden, direkt an und mit oft unscheinbaren Originalobjekten arbeiten zu können, war dem Ehepaar Preuß wichtig. Mit besonderer Freude haben sie zudem die Vermittlungsangebote begleitet, die Kindern die altägyptische Kultur im Museum nahebringen. Eine ganz besondere Geste schließlich war die Übergabe eines wunderschönen Malereifragments an den ägyptischen Botschafter in Berlin im Jahre 2014, nachdem sich herausgestellt hatte, dass dieses Stück aus einer beraubten Grabanlage stammt. Heute befindet sich das Wandfragment aus dem Grab des Schatzmeisters von Thutmosis IV. im Ägyptischen Museum in Kairo und hat dort einen würdigen Platz gefunden. Der hohe ethische Anspruch, den Karl-Heinz Preuß mit der Liebe zur Antike und der Sammelleidenschaft antiker Objekte verband, wurde hier sehr deutlich.

Karl-Heinz Preuß (rechts) mit dem damaligen Kurator des Ägyptischen Museums Dr. Martin Fitzenreiter bei der Übergabe einiger Sammlungsobjekte im Sommer 2012 (Foto: Ulrike Eva Klopp, Universität Bonn)

Aufgrund ihrer Verdienste für Museum und Verein hat der Vorstand des Vereins zur Förderung des Ägyptischen Museums Bonn auf seiner Jahreshauptversammlung am 12. Dezember 2018 Ursula und Karl-Heinz Preuß die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

Der Tod von Karl-Heinz Preuß hinterlässt nun eine Lücke, die nicht wieder zu füllen ist. Er wird aber gerade ob seiner Einzigartigkeit in unserer Erinnerung bleiben. Nicht zuletzt die großzügigen Zustiftungen, die er und seine Frau Ursula dem Ägyptischen Museum haben zukommen lassen und die – wie man in Ägypten sagte – von Ewigkeit zu Ewigkeit mit ihren Namen verbunden sind, werden bewirken, was auch der Wunsch der alten Ägypter war: dass der Name weiterlebt.

 

Informationen zur Antikensammlung Ursula und Karl-Heinz Preuß finden sich unter: www.antikensammlungen-preuss.de

Der Vorstand und die Mitglieder des Vereins zur Förderung des Ägyptischen Museums der Universität Bonn

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