Eröffnung der virtuellen Sonderausstellung "Vermenschlichte Zeichen als Schlächter"

Liebe Freunde des Ägyptischen Museums,

unser Museum muss leider noch immer geschlossen bleiben, da wir aufgrund der Sanierungsmaßnahmen am Koblenzer Tor zur Zeit nicht ausreichend lüften und damit den aktuellen Corona-Schutzmaßnahmen nicht nachkommen können. Wir hoffen sehr, dass sich dieser Zustand bald ändert und halten Sie auf dem Laufenden!

Umso mehr freuen wir uns, Sie dennoch zur Eröffnung einer ersten virtuellen Sonderausstellung einladen zu können, auch wenn diese nur digital per Videokonferenz stattfinden kann: "Vermenschlichte Zeichen als Schlächter: Singuläre Ikonographie als Spuren sozio-politischer Veränderungen im ägyptischen Niltal des Mittleren Reiches (2. Jahrtausend v. Chr.)"

Im Zentrum der Ausstellung steht eine außergewöhnliche, ja einmalige Schlachtungsszene aus dem monumentalen Grab des Fürsten Wahka II. in Qau el-Kebir in Mittelägypten:

 

 
 
 
 
Logo der Sonderausstellung. Grafik: Ghada Mohamed.
 
 
 
 

Darstellungen von Rindern und ihrer Schlachtung waren den Gräbern der wohlhabenden Ägypter vorbehalten. Sie sollten die ewige Fleischversorgung des Toten im Jenseits sichern, da nach ägyptischer Auffassung Darstellungen und Grabbeigaben auf magische Weise real wurden. In der Ausstellung wird diese einmalige Schlachtungsszene, in der vermenschlichte Zeichen oder Symbole die Rolle von Schlächtern übernehmen, in Zeichnung und Rekonstruktion vorgestellt und in ihren verschiedenen Sinnebenen erläutert.

Die von der Bonner Universitätsstiftung geförderte Ausstellung wurde von Dr. Ghada Mohamed (Universität Kairo) konzipiert, die erst kürzlich an der Universität Bonn als DAAD-Stipendiatin erfolgreich ihre Promotion über die Bedeutung anthropomorphisierter Zeichen im alten Ägypten abgeschlossen hat. Unter anderem aus dem Objektbestand unseres Museums werden konventionelle Schlachtungsdarstellungen dieser einzigartigen Szene gegenübergestellt.

Die Sonderausstellung wird auf Deutsch und Arabisch präsentiert, sowohl im Rahmen des virtuellen 360°-Rundgangs durch das Museum als auch auf zwei eigens eingerichteten Websites. Dr. Mohamed wird per Video-Konferenz zur Eröffnung am kommenden Mittwoch, dem 16. Juni, um 18:30 Uhr einen einführenden Vortrag halten, an dem alle Interessierten unter folgendem Link teilnehmen können:

https://uni-bonn.zoom.us/j/96470906552?pwd=d25UcEJEUWFiTnpmUkdGQUk2bWRUQT09

Falls Sie nach einem Passwort/Kenncode gefragt werden, geben Sie bitte ein: 445538

Wir freuen uns auf Ihr virtuelles Erscheinen!

Mit besten Grüßen und Wünschen

Dr. Frank Förster, Kurator

Liebe Freunde des Ägyptischen Museums,

unser Museum muss leider weiterhin geschlossen bleiben, doch möchten wir auf eine vierteilige Vortragsreihe im Rahmen der Neuen Forschungen der Ägyptologie in NRW hinweisen, die am kommenden Donnerstag beginnen wird:

Die drei ägyptologischen Institute der Universitäten Bonn, Münster und Köln nehmen die derzeitige Umstellung auf die digitale Lehre zum Anlass, eine gemeinsame online-Vortragsreihe im Sommersemester 2021 durchzuführen. Die Vorträge stehen allen Interessierten offen. Bitte klicken Sie den unten stehenden Link zum Zugang zu den Vorträgen. Stellen Sie sicher, dass Ihr Mikrophon ausgeschaltet ist. Bitte beachten Sie, dass einige Vorträge am Mittwoch und andere am Donnerstag stattfinden.

 

https://wwu.zoom.us/j/93469208187?pwd=OUNwTVZvdEpnbDFhWkMrMDNNajVoZz09

 

Donnerstag, 29. April, 18.00 Uhr

George Reisner and the Giza Project at Harvard: studying the past with the tools of the future

Peter der Manuelian (Boston)

 

Mittwoch, 19. Mai, 18.00 Uhr

Ancient Abydos. New archaeological and historical perspectives

Josef Wegner (Philadelphia)

 

Mittwoch, 9. Juni, 18.00 Uhr

Museums in Egypt: past, present, future

Salima Ikram (Cairo)

 

Donnerstag, 8. Juli, 18.00 Uhr

What Mograt adds to understanding the cultural history of the Middle Nile Valley

Claudia Näser (London)

 

Hierzu laden auch wir herzlich ein! Darüber hinaus sind weitere "traditionelle" Mittwochsvorträge in Planung, über die wir Sie zu gegebener Zeit näher informieren werden.

Mit besten Grüßen und Wünschen

 

Dr. Frank Förster, Kurator

Vortragsprogramm im Rahmen der Neuen Forschungen der Ägyptologie in NRW

Vortrag ‚im’ Ägyptischen Museum

Die Abteilung Ägyptologie, der „Verein zur Förderung des Ägyptischen Museums der Universität Bonn e.V.“ und das Ägyptische Museum laden alle Interessenten zu einem Online-Vortrag ein:

 

Mittwoch, den 16.12.2020 um 18:30 Uhr

Dr. Heidi Köpp-Junk 

 

Die Musik der Pharaonen

Liebe Freunde des Ägyptischen Museums,

wir laden herzlich zum nächsten öffentlichen Abendvortrag ein, der – wieder digital – am kommenden 

 

 

 

Mittwoch, dem 16.12.2020, um 18:30 Uhr stattfinden wird. Dr. Heidi Köpp-Junk (Trier) spricht nicht nur über das Thema "Die Musik der Pharaonen", sondern erfreut uns auch mit ihren Klängen:

In Ägypten ist Musik bereits im Alten Reich, zur Zeit der Pyramiden, keineswegs allein als Unterhaltungsfaktor, sondern insbesondere auch in rituellen Zusammenhängen in Tempeln und Gräbern belegt. Zu dieser Zeit sind nicht nur alle Instrumentengruppen schon vertreten, sondern es ist bereits eine ausgeprägte Musikerhierarchie nachzuweisen. Heidi Köpp-Junk präsentiert in diesem Vortrag 6000 Jahre altägyptische Musikgeschichte anhand von Funden und Darstellungen und demonstriert und untermalt dies mit Nachbauten altägyptischer Instrumente und modernen Äquivalenten, unter anderem der sogenannten Tänzerinnenlaute aus der Zeit von Thutmosis III. (ca. 1400 v. Chr., siehe Bild unten). Auch in Gestalt von Liedtexten wie dem Sänftenlied, dem Harfnerlied oder dem Liebeslied „Die Fahrt nach Memphis“ lässt sie Musik und Klang der Pharaonenzeit wieder auferstehen.

 

Dr. Heidi Köpp-Junk ist promovierte Ägyptologin (Universität Göttingen), Musikarchäologin und ausgebildete Sängerin (Oper, Kunstlied). Durch ihre verschiedenen Programme (altägyptische oder römische Musik, Titel von Klassik bis Pop) und wissenschaftlichen Vorträge ist sie nicht nur deutschlandweit, sondern auch im Ausland bekannt.

 

Link zum Beitritt (Zoom):

Zum Vortrag

 

ggf. Passwort: 249769

 

Foto: Nachbau einer altägyptischen Laute (© Heidi Köpp-Junk).

Ägyptisches Museum der Universität Bonn Regina-Pacis-Weg 7 53113 Bonn • aegyptisches-museum@uni-bonn.de • www.aegyptisches-museum.uni-bonn.de

Newsletter des Ägyptischen Museums der Universität Bonn vom 31.10.2020

 

 

Erneute Schließung des Museums 02.–30.11.2020

 

Liebe Freunde des Ägyptischen Museums,

aufgrund der aktuellen Pandemie-Lage muss auch unser Museum über den November geschlossen werden. Wir hoffen, dass im Dezember die Türen wieder geöffnet werden können, doch erscheint dies momentan eher ungewiss. Für die Zwischenzeit möchten wir erneut auf unseren virtuellen 360°-Rundgang hinweisen, in dem Sie jetzt auch viele neue informative Elemente finden (Videos, Fotos, Kurzartikel u.a.): 

 

Zum virtuellen Rundgang

 

Es ist geplant, diese digitale Plattform in Zukunft auch für virtuelle Sonderausstellungen und andere Angebote zu nutzen. Darüber halten wir Sie ebenso auf dem Laufenden wie über geplante Vorträge, die wie im vergangenen Halbjahr als Zoom-Videokonferenzen stattfinden werden. An dieser Stelle möchte ich Sie schon einmal auf den Termin des ersten Vortrages hinweisen: Mittwoch, 25.11.2020, 18:30 UhrJudit Garzon Rodriguez M.A., Promotionsstudentin an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, wird über "Neue Forschungsansätze zur Symbolik und Bedeutung des Penis im alten Ägypten" sprechen. Hierzu wird noch eine gesonderte Einladung inkl. Zoom-Link erfolgen.

Bis dahin wünsche ich Ihnen alles Gute – und bleiben Sie gesund!

 

Dr. Frank Förster, Kurator

Artikel zur Wiedereröffnung der Museen in Bonn

Museumsöffnung. Artikel aus dem General Anzeiger Bonn
04.08.2020 - General Anzeiger Bonn
Museumsoeffnung die Zweite im GA.pdf
PDF-Dokument [334.9 KB]

Virtueller Rundgang

Wiedereröffnung des Museums am 28.07.2020

Liebe Freunde des Ägyptischen Museums,

wie im letzten Newsletter angekündigt, wird in Bälde das Museum – unter Einhaltung besonderer Hygiene- und Schutzmaßnahmen – wieder geöffnet, konkret: am kommenden Dienstag, den 28.07.2020. Ab dann gelten wieder die üblichen Öffnungszeiten (Di.-Fr. 13-17 Uhr, Sa. & So. 13-18 Uhr). Die Anzahl der gleichzeitig anwesenden BesucherInnen ist auf 10 begrenzt; stellen Sie sich also bitte darauf ein, dass es – je nach Andrang – zu Wartezeiten kommen kann.

Bei Ihrem realen Besuch werden Sie als kleine Sonderaktion eine Vitrine vorfinden, die das aktuell dominierende gesellschaftliche Thema aus ägypt(olog)ischer Sicht aufgreift: "Corona-Masken und altägyptische Amulette: Sinnstiftung gegen die Not".

 

 

Wir freuen uns darauf, Sie wieder persönlich begrüßen zu können! Dr. Frank Förster, Kurator

Nachruf auf Karl-Heinz Preuß (12.11.1941–04.05.2020)

Mit Bestürzung haben wir erfahren, dass unser langjähriges Fördermitglied Karl-Heinz Preuß am 4. Mai 2020 im Alter von 78 Jahren verstorben ist.

Karl-Heinz Preuß zählte zu den aktivsten und großzügigsten Mitgliedern unseres Vereins. Wie kaum ein anderer hat er mit seinem Engagement die Vereinsarbeit belebt, sei es durch Anregungen, sei es durch Bemühungen um weitere Mitglieder und Spenden, insbesondere aber durch die Bereitschaft, die Sammlung des Ägyptischen Museums der Universität Bonn durch die Stiftung herausragender Objekte zu bereichern.

Das Interesse von Karl-Heinz Preuß an Altertümern reichte weit in die Kindheit zurück. Bereits als junger Mensch hat er im heimischen Hameln Fossilien gesammelt. In seiner Frau Ursula fand er eine Partnerin, die seine Sammelleidenschaft teilte. Anfangs lag das Augenmerk der Sammeltätigkeit auf römischen Funden, bis es bei einem Kunstsammler in Köln zur ersten bewussten Begegnung mit altägyptischen Gegenständen kam. Jahrzehntelang hat das Paar antike Objekte erworben und sich damit umgeben, mit der Antike gelebt – im wahrsten Sinne des Wortes.

Doch so sehr Karl-Heinz und Ursula Preuß ihre Schätze liebten, so sehr waren sie auch bereit, die Freude und Inspiration zu teilen, die von diesen ausgeht. Schon früh stellten sie ausgewählte Stücke der Öffentlichkeit zur Verfügung, nicht nur dem Ägyptischen Museum der Universität Bonn, sondern auch anderen Institutionen und Projekten, die ihnen am Herzen lagen. Zu nennen sind etwa die Römervilla in Schult in der Eifel und die Funde der Lausitzer Kultur aus Finsterwalde in Brandenburg. Dennoch bleibt das Engagement für das Ägyptische Museum in Bonn ein besonderes. Das bezeugt nicht nur der große Umfang der exzellenten Objekte, die das Ehepaar Preuß der Sammlung zur Verfügung gestellt hat, darunter solche Glanzstücke wie der fein dekorierte Eingeweidekasten aus der Ptolemäerzeit und ein Relieffragment aus dem Alten Reich. Auch die Möglichkeit für die Studierenden, direkt an und mit oft unscheinbaren Originalobjekten arbeiten zu können, war dem Ehepaar Preuß wichtig. Mit besonderer Freude haben sie zudem die Vermittlungsangebote begleitet, die Kindern die altägyptische Kultur im Museum nahebringen. Eine ganz besondere Geste schließlich war die Übergabe eines wunderschönen Malereifragments an den ägyptischen Botschafter in Berlin im Jahre 2014, nachdem sich herausgestellt hatte, dass dieses Stück aus einer beraubten Grabanlage stammt. Heute befindet sich das Wandfragment aus dem Grab des Schatzmeisters von Thutmosis IV. im Ägyptischen Museum in Kairo und hat dort einen würdigen Platz gefunden. Der hohe ethische Anspruch, den Karl-Heinz Preuß mit der Liebe zur Antike und der Sammelleidenschaft antiker Objekte verband, wurde hier sehr deutlich.

Karl-Heinz Preuß (rechts) mit dem damaligen Kurator des Ägyptischen Museums Dr. Martin Fitzenreiter bei der Übergabe einiger Sammlungsobjekte im Sommer 2012 (Foto: Ulrike Eva Klopp, Universität Bonn)

Aufgrund ihrer Verdienste für Museum und Verein hat der Vorstand des Vereins zur Förderung des Ägyptischen Museums Bonn auf seiner Jahreshauptversammlung am 12. Dezember 2018 Ursula und Karl-Heinz Preuß die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

Der Tod von Karl-Heinz Preuß hinterlässt nun eine Lücke, die nicht wieder zu füllen ist. Er wird aber gerade ob seiner Einzigartigkeit in unserer Erinnerung bleiben. Nicht zuletzt die großzügigen Zustiftungen, die er und seine Frau Ursula dem Ägyptischen Museum haben zukommen lassen und die – wie man in Ägypten sagte – von Ewigkeit zu Ewigkeit mit ihren Namen verbunden sind, werden bewirken, was auch der Wunsch der alten Ägypter war: dass der Name weiterlebt.

 

Informationen zur Antikensammlung Ursula und Karl-Heinz Preuß finden sich unter: www.antikensammlungen-preuss.de

Der Vorstand und die Mitglieder des Vereins zur Förderung des Ägyptischen Museums der Universität Bonn

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